Akkreditierungsentscheidung

01.8 - Bis wann muss ein Antrag in der Systemakkreditierung eingereicht werden?

12/2020

Für die Bearbeitung von Anträgen auf Erst- und Reakkreditierung gelten unterschiedliche Einreichungsfristen.

Anträge auf System-Erstakkreditierungen werden prioritär behandelt, da die antragstellenden Hochschulen aufgrund auslaufender Akkreditierungsfristen auf Programmebene in der Regel auf eine zügige Beschlussfassung angewiesen sind. Bei Erst-Akkreditierungen beginnt die Akkreditierungsfrist gemäß § 26 Abs. 1 Satz 1 MRVO zu einem klar definierten Zeitpunkt, und zwar rückwirkend ab Beginn des Semesters oder Trimesters, in dem der Akkreditierungsrat die Akkreditierungsentscheidung getroffen hat. Eine verzögerte Beschlussfassung könnte daher ggf. Akkreditierungslücken auf Programmebene zur Folge haben.

Bei Reakkreditierungsverfahren genügt es hingegen zur Vermeidung von Akkreditierungslücken, den Antrag rechtzeitig vor Ablauf der Akkreditierungsfrist zu stellen, da der Beginn der neuen Akkreditierungsfrist im Falle einer positiven Entscheidung des Akkreditierungsrates rückwirkend festgesetzt wird (vgl. FAQ 01.1.1 ).

Bearbeitungszeiträume in der System-Erstakkreditierung

Für die Bearbeitung von Anträgen auf Erstakkreditierung gilt ein Richtwert von 12 Wochen. Das bedeutet, dass ein Antrag mindestens 12 Wochen vor der Akkreditierungsratssitzung eingereicht werden muss, auf der über den Antrag entschieden werden soll. Eine Übersicht über die Sitzungstermine finden Sie hier.

Insbesondere wenn eine Hochschule eine Akkreditierungsentscheidung zwingend zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt, wird eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit dem Akkreditierungsrat empfohlen, um die Terminierung des Verfahrens und der Beschlussfassung rechtzeitig planen zu können.

Bitte beachten Sie, dass es in folgenden Fällen zu einer Ausweitung der Verfahrensdauer kommen kann:

  • Liegen dem Akkreditierungsrat unvollständige Unterlagen und / oder ein nicht entscheidungsreifer Akkreditierungsantrag vor, kann eine Bearbeitung des Antrags innerhalb der angegebenen Frist von 12 Wochen nicht gewährleistet werden.
  • Eine Behandlung des Akkreditierungsantrags bedeutet nicht zwingend eine abgeschlossene Akkreditierungsentscheidung. Wenn der Akkreditierungsrat gemäß § 22 Abs. 3 MRVO von dem Beschlussvorschlag im Akkreditierungsbericht abzuweichen beabsichtigt, erhält die Hochschule die Möglichkeit zur erneuten Stellungnahme. Verzichtet die Hochschule auf diese Möglichkeit, wird der Beschluss wirksam; dies ist üblicherweise einige Wochen nach der AR-Sitzung der Fall. Bei Abgabe einer Stellungnahme fällt die endgültige Entscheidung in der Regel auf der nachfolgenden regulären AR-Sitzung. Wird eine Erstakkreditierung zwingend mit Wirksamkeit in einem bestimmten Semester benötigt, sollte zur Sicherheit ein längerer Vorlauf eingeplant werden.

Bearbeitungszeiträume in der System-Reakkreditierung

Bei Verfahren zur Reakkreditierung eines QM-Systems genügt es, den Antrag rechtzeitig vor Ablauf der Akkreditierungsfrist zu stellen. Im Falle einer positiven Entscheidung des Akkreditierungsrates wird der Beginn der neuen Akkreditierungsfrist rückwirkend festgesetzt, so dass keine Akkreditierungslücke entsteht (vgl. FAQ 01.1.1 ).

Anträge auf Reakkreditierung werden so schnell wie möglich behandelt. Eine Zusage für eine Behandlung in einer bestimmten Sitzung kann derzeit leider nicht gegeben werden.

Einen Antrag in ELIAS können Sie hier stellen.

03.6 - Anforderungen an Qualitätsberichte

03/2022

03.6.01 Woher kommt die Bezeichnung „Qualitätsbericht“?

Der Akkreditierungsrat hat die Bezeichnung „Qualitätsbericht“ in seinem Beschluss „Berichtspflichten für systemakkreditierte Hochschulen“ vom 24.09.2018 eingeführt, um Verwechslungen zwischen den unterschiedlichen Berichtstypen innerhalb des Akkreditierungssystems zu vermeiden. Im Unterschied zu den Akkreditierungsberichten, die in der Programmakkreditierung gemäß § 24 Abs. 3 und 4 MRVO von den Agenturen bzw. den Gutachterinnen und Gutachtern (auf Grundlage des vom Akkreditierungsrat vorgegebenen Rasters) erstellt werden, handelt es sich bei den von den systemakkreditierten Hochschulen zu veröffentlichenden Berichten um so genannte Qualitätsberichte. Damit soll auch zum Ausdruck gebracht werden, dass für die Berichte in der Programmakkreditierung und für die Berichte in den internen Verfahren systemakkreditierter Hochschulen unterschiedliche Anforderungen gelten. Insbesondere sind systemakkreditierte Hochschulen ausdrücklich nicht an die Nutzung des vom Akkreditierungsrat vorgegebenen Berichtsrasters gebunden.

 

03.6.02 Aus welchen Vorgaben der Musterrechtsverordnung leitet sich die Pflicht zur Veröffentlichung von Qualitätsberichten ab?

Die Vorgaben zur Veröffentlichung der Akkreditierungsergebnisse sind in § 18 Abs. 4 und § 29 der Musterrechtsverordnung (MRVO) geregelt und stehen im Einklang mit den Anforderungen auf europäischer Ebene, die in Ziffer 2.6 der European Standards and Guidelines definiert sind.

Gemäß § 29 MRVO muss der Akkreditierungsrat seine Akkreditierungsentscheidungen und die zugehörigen Akkreditierungsberichte veröffentlichen. Dies gilt, wie es in der Verordnung weiter heißt, für interne Akkreditierungsentscheidungen systemakkreditierter Hochschulen entsprechend. Das bedeutet:
Systemakkreditierte Hochschulen müssen zum einen ihre internen Akkreditierungsentscheidungen und zum anderen die zugehörigen (Qualitäts-)Berichte veröffentlichen. Somit wird die Veröffentlichungspflicht – wie es in der Begründung zu § 29 MRVO heißt – auf die internen Akkreditierungsentscheidungen systemakkreditierter Hochschulen erweitert. In § 18 Abs. 4 MRVO wird näher dargestellt, in welcher Weise die Veröffentlichung zu erfolgen hat: Die Hochschule informiert die Öffentlichkeit über die auf der Grundlage des hochschulinternen Verfahrens erfolgten Akkreditierungsentscheidungen und stellt dem Akkreditierungsrat die zur Veröffentlichung nach § 29 erforderlichen Informationen – mithin auch einen (Qualitäts-)Bericht – zur Verfügung.

 

03.6.03 Welche Funktion sollen Qualitätsberichte erfüllen?

Die Veröffentlichung der Akkreditierungs- bzw. Qualitätsberichte dient sowohl in der Programmakkreditierung als auch in den internen Verfahren systemakkreditierter Hochschulen der Transparenz: Studieninteressierte, Studierende, potenzielle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie die interessierte Öffentlichkeit können sich auf Grundlage der öffentlich zugänglichen Berichte ein Bild von dem zugrundeliegenden Verfahren, den Begutachtungsergebnis-sen und den ggf. ergriffenen Maßnahmen zur Weiterentwicklung eines Studienprogramms machen.

Nun müssen Qualitätsberichte – je nach Ausgestaltung des hochschulinternen QM-Systems – nicht unbedingt als Grundlage für eine Akkreditierungsentscheidung oder als zentrales Feedback-Instrument dienen, wie dies bei den Akkreditierungsberichten in der Programmakkreditierung der Fall ist. Das bedeutet: Qualitätsberichte können eine Funktion (oder auch mehrere) innerhalb des QM-Systems einer systemakkreditierten Hochschule haben, sie müssen es aber nicht. Ebenso gut kann ein Qualitätsbericht ausschließlich dazu dienen, Inhalt und Ergebnis des internen Akkreditierungsverfahrens nach außen hin zu dokumentieren.

 

03.6.04 Werden Qualitätsberichte nur im Falle von QM-Systemen erwartet, die die Programmakkreditierung nachbilden?

Ausdrücklich nein. Es gilt, was der Akkreditierungsrat in seinem Beschluss „Hinweise für Qualitätsberichte systemakkreditierter Hochschulen“ vom 17.09.2019 festgehalten hat: Systemakkreditierten Hochschulen soll eine Form der Berichtslegung ermöglicht werden, die der individuellen Ausgestaltung ihrer QM-Systeme Rechnung trägt. Es liegt auf der Hand, dass Qualitätsberichte im Fall von QM-Systemen, die beispielsweise ein kontinuierliches Studiengangsmonitoring („begleitendes Verfahrensmodell“) vorsehen, in der Regel anders aufgebaut sein dürften als solche, die auf der Grundlage eines an der Programmakkreditierung orientierten Verfahrensmodells erstellt werden.

Da ein Studiengang das Siegel des Akkreditierungsrates nur dann tragen darf, wenn er nachgewiesenermaßen alle formalen und fachlich-inhaltlichen Kriterien erfüllt, muss dem Qualitätsbericht allerdings entnommen werden können, auf welche Weise und mit welchem Ergebnis dieser Nachweis erfolgt ist. Bei begleitenden Verfahrensmodellen kann es daher ggf. sinnvoll sein, im Qualitätsbericht ausführlicher über die Funktions- und Verfahrensweise des QM-Systems zu informieren und die Angaben zur Weiterentwicklung des betreffenden Studiengangs unter Berücksichtigung der zugrundeliegenden Mechanismen – u.a. der Bewertungen durch Externe gemäß § 18 Abs. 1 MRVO – zu ergänzen.

 

03.6.05 Warum hat der AR (zusätzlich zu den Vorgaben in der Musterrechtsverordnung) Hinweise für Qualitätsberichte systemakkreditierter Hochschulen beschlossen?

Im Unterschied zu dem vergleichsweise standardisierten Verfahren der Programmakkreditierung zeichnen sich die von den systemakkreditierten Hochschulen implementierten internen Verfahren durch eine große Vielfalt aus. Daher muss den systemakkreditierten Hochschulen eine Form der Berichtslegung ermöglicht werden, die der individuellen Ausgestaltung ihrer QM-Systeme Rechnung trägt, die aber zugleich zeigt, dass die Erfüllung der formalen und fachlich-inhaltlichen Kriterien für den jeweiligen Studiengang nachgewiesen wurde.

Die in § 29 MRVO enthaltene Regelung, wonach die für den Akkreditierungsrat geltende Pflicht zur Veröffentlichung seiner Akkreditierungsentscheidungen und Akkreditierungsberichte für systemakkreditierte Hochschulen entsprechend gelte, ist sehr offen formuliert und führte in der Vergangenheit zu zahlreichen Nachfragen systemakkreditierter Hochschulen.

Um Missverständnisse zu vermeiden und zugleich eine konsistente Veröffentlichungspraxis innerhalb des Akkreditierungssystems zu gewährleisten, hat es der Akkreditierungsrat daher für notwendig erachtet, eine Auslegung der grundlegenden §§ 18 Abs. 4 und 29 Satz 3 MRVO in Form des Beschlusses “Hinweise für Qualitätsberichte systemakkreditierter Hochschulen“ vom 17.09.2019 zu verabschieden.