§26 Abs. 3 Satz 1 MRVO

04.1 - In welchen Fällen kann der Geltungszeitraum der Akkreditierung von Studiengängen verlängert werden und welche Möglichkeiten sieht die Musterrechtsverordnung in dieser Hinsicht vor?

03/2018

Gemäß der Musterrechtsverordnung gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten zur Verlängerung der Akkreditierung von Studiengängen.

Verlängerung der Akkreditierungsfrist für auslaufende Studiengänge (§ 26 Abs. 3 Satz 1)

Zur Akkreditierungsfrist von Studiengängen, die nicht mehr weitergeführt werden, enthält die Musterrechtsverordnung die Möglichkeit, diese für bei Ablauf der Akkreditierungsfrist noch eingeschriebenen Studierende zu verlängern. Voraussetzung ist der Nachweis der Hochschule, dass der Studiengang keine wesentlichen Änderungen aufweist und die erforderlichen personellen und sächlichen Mittel nachhaltig vorgehalten werden.

Verlängerung der Akkreditierungsfrist im Zuge des Begutachtungsverfahrens bei einer Agentur (§ 26 Abs. 3 Satz 2)

Die Musterrechtsverordnung enthält eine weitere Möglichkeit der Verlängerung der Akkreditierungsfristen von Studiengängen mit dem Ziel, den Hochschulen genug Zeit für die Umstellung auf die Systemakkreditierung und für die Bewertung der Studiengänge durch das interne QM-System zu geben, oder auch, für die geplante Bündelakkreditierung einheitliche Akkreditierungsfristen zu ermöglichen. Die Hochschule ist somit berechtigt, zu dem Zeitpunkt der Vorbereitung auf eine Bündel- oder Systemakkreditierung einen entsprechenden Antrag beim Akkreditierungsrat einzureichen.

Verlängerung der Akkreditierungsfrist im Zuge des Verwaltungsverfahrens bei dem Akkreditierungsrat (§ 26 Abs. 3 Satz 3)

Die Option der Fristverlängerung im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens bei Antragstellung auf eine Bündel- oder Systemakkreditierung bei dem Akkreditierungsrat wurde zusätzlich dafür geschaffen, die Studiengänge, deren Akkreditierungsfrist später ausläuft, bis zum Abschluss des Verfahrens vorläufig zu verlängern, um sämtliche Akkreditierungslücken zu vermeiden. Auf die Begründung zu § 26 Abs. 3 Satz 3 der MRVO wird verwiesen.

 

04.2 - Welche Unterlagen sind für Verlängerungsanträge der Akkreditierung von Studiengängen erforderlich?

03/2018

a) Auslaufender Studiengang & Bündelakkreditierung: Eine schriftliche Begründung mit Angaben zu sämtlichen zu verlängernden Studiengängen bzw. im Zuge der Bündelakkreditierung Angaben zu sämtlichen in das Bündel aufzunehmenden Studiengängen (Studiengangsname, Abschluss, bestehende Akkreditierungsfrist).

b) Systemakkreditierung: Bei der Vorbereitung auf eine Systemakkreditierung sind dem Akkreditierungsrat folgende Unterlagen vorzulegen:  

  • Vertrag mit einer zugelassenen Agentur;
  • Formloser Antrag mit Angaben von den zu verlängernden Studiengängen sowie
  • ein Plan für hochschulinterne Akkreditierungen im Rahmen des eingerichteten Qualitätssicherungssystems.

04.3 - Wer stellt den Antrag auf Verlängerung der Akkreditierung und auf welche Weise?

03/2018, geändert 07/2019

Anträge auf Änderung von Akkreditierungsfristen für Studiengänge können grundsätzlich nur von Hochschulen gestellt werden und bedürfen einer Begründung. Sämtliche Anträge auf Fristverlängerung sind in online im elektronischen Antragsbearbeitungssystem ELIAS  zu stellen. („Sobald der Akkreditierungsrat ein elektronisches Datenverarbeitungssystem zur Verfügung stellt, ist dieses zu nutzen “ (§ 23 Abs. 3 MRVO)).

 

04.4 - Welche weiteren Anforderungen bei Anträgen auf Verlängerung der Akkreditierung gibt es?

03/2018
  • Eine Begründung für eine Fristverlängerung um zwei Jahre liegt in der Regel im unterschiedlichen Fristenlauf für Studiengänge innerhalb eines Bündels. Laufen die Akkreditierungen von sämtlichen Studiengängen in einem Bündel gleichzeitig aus, ist die Hochschule dafür zuständig, vor Ablauf des Geltungszeitraums der Akkreditierung eine unmittelbar anschließende (Re)Akkreditierung einzuleiten (vgl. § 26 Absatz 2 MRVO).
  • Die Anzahl der Studiengänge, deren Akkreditierungsfrist verlängert werden soll, soll in einem sinnvollen Verhältnis zu der Anzahl derjenigen Studiengänge stehen, deren Akkreditierungsfrist maßgeblich für die neu festzusetzende Akkreditierungsfrist ist. Das bedeutet in der Regel: „Anpassung der Minderheit an die Mehrheit“.
  • In der bei dem Akkreditierungsrat eingereichten Begründung ist klarzustellen, wann mit dem Begutachtungsverfahren und folglich mit dem Akkreditierungsantrag zu rechnen ist.