FAQ - Frequently Asked Questions

Vorbemerkung: Den Akkreditierungsrat bzw. seine Geschäftsstelle erreichen z.Z. zahlreiche Fragen zur Umstellung auf die neue Rechtsgrundlage der Akkreditierung ab dem 01.01.2018. Die folgenden FAQs sollen Antworten auf häufig gestellte Fragen geben, die sich aus der Auslegung des Studienakkreditierungsstaatsvertrags (StAkkrStV) und der Musterrechtsverordnung (MRVO) ergeben. Die FAQs werden laufend ergänzt. Auch sind Änderungen an bereits veröffentlichten FAQs denkbar, die entsprechend gekennzeichnet werden.

 

FAQ 01: Zeitpunkt der Antragstellung

Schlagworte

Antragstellung, Fristen, vorläufige Akkreditierung

Datum

03/2018

Bezüge zu StAkkrStV, MRVO und Berichtsraster

§ 26 Abs. 2 MRVO

Wann muss ich den Antrag auf Reakkreditierung eines Studiengangs beim Akkreditierungsrat stellen, damit keine Akkreditierungslücke entsteht?

Am besten wird der Antrag so rechtzeitig eingereicht, dass die Entscheidung des Akkreditierungsrates vor Ablauf der Akkreditierungsfrist erfolgen kann. Allerdings reicht es zur Vermeidung einer Akkreditierungslücke aus, den Antrag vor Ablauf der Akkreditierungsfrist zu stellen. Bei positivem Entscheid des Akkreditierungsrates wird die Akkreditierung rückwirkend ausgesprochen. Die Antragstellung wird in der künftig vom Akkreditierungsrat organisierten Datenbank akkreditierter Studiengänge vermerkt und mit dem Hinweis versehen, dass die Akkreditierung im Erfolgsfall rückwirkend gilt. Auf diese Weise werden in der Außendarstellung Missverständnisse zum Akkreditierungsstatus von Studiengängen vermieden. Einige praktische Beispiele und Beschreibungen:

  • Die meisten Programmakkreditierungen laufen zum 30.09. eines Jahres aus. Das bedeutet, dass eine Hochschule die Reakkreditierung so organisieren muss, dass zu diesem Zeitpunkt der Akkreditierungsbericht (Prüfbericht und Gutachten) gemäß Musterrechtsverordnung vorliegt. Denn die Vorlage des Akkreditierungsberichtes ist unabdingbarer Bestandteil des Antrags auf Akkreditierung; er kann nicht nachgereicht werden.
  • Verwiesen wird auf die Begründung zu § 26 der Musterrechtsverordnung, wonach „bei rechtzeitiger Beauftragung einer Agentur kein Bedarf für eine Ausnahmeregelung mehr besteht. Darüber hinaus dürfte die Einhaltung von Fristen im Rahmen von Qualitätssicherungsmaßnahmen zumutbar sein.“
  • Wann der Ortsbesuch stattfindet, klären Sie bitte mit der von Ihnen gewählten Agentur. Seitens der Länder oder des Akkreditierungsrates gibt es keine diesbezüglichen Vorgaben für die Abläufe zwischen Hochschule und Agentur.
  • „Vorläufige Akkreditierungen“ existieren in der neuen Rechtsgrundlage nicht mehr; die Ziffer 3.3.1 aus den für Verträge bis zum 31.12.2017 geltenden „Regeln des Akkreditierungsrates für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung“ hat keine Entsprechung in Staatsvertrag und Musterrechtsverordnung mehr.
  • Das bedeutet: Läuft die Akkreditierung eines Studiengangs zum 30.09. eines Jahres aus und wird der Antrag auf Reakkreditierung erst an diesem Tag oder kurz vorher gestellt, ist der Studiengang temporär nicht mehr akkreditiert, aber dies wird durch die positive Entscheidung des Akkreditierungsrates „geheilt“.
  • Es ist nach jetziger Prognose davon auszugehen, dass der Akkreditierungsrat seine Entscheidung über Anträge, die am oder kurz vor dem 30.09. gestellt werden, im Lauf des Wintersemesters treffen wird.
  • Für Absolventinnen und Absolventen ist wichtig, dass sie ihren Abschluss in einem Semester erlangt haben, in dem der Studiengang akkreditiert war. Schließen sie, um im o.g. Beispiel zu bleiben, im Sommersemester vor Auslaufen der Akkreditierungsfrist ab, so war der Studiengang ohnehin akkreditiert. Schließen sie im Wintersemester ab, werden die Zeugnisse, Urkunden und weiteren Studienabschlussdokumente zumeist erst gegen Semesterende ausgestellt. Bis dahin sollte die Entscheidung des Akkreditierungsrates in der Regel vorliegen, so dass der positive Akkreditierungsstatus entsprechend verzeichnet werden kann. Andernfalls wären die Absolventinnen und Absolventen im Nachgang zu informieren.       

 

FAQ 02: Akkreditiertes QM-System und MRVO

Schlagworte

Systemakkreditierung, Gültigkeit MRVO, Kriterien QM-System, Übergangsregelung

Datum

03/2018

Bezüge zu StAkkrStV, MRVO und Berichtsraster

 

Bis wann muss ein nach altem Recht* akkreditiertes QM-System die Kriterien der Musterrechtsverordnung (MRVO) bzw. der entsprechenden Länderverordnung spätestens umgesetzt haben.

*Ausschlaggebend für eine Akkreditierung nach altem Recht ist der Zeitpunkt des Vertragsschlusses zwischen Hochschule und Agentur für das Begutachtungsverfahren.

Die bis 31.12.2017 gültigen „Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung“ verweisen in Ziffer 6.2 (Kriterien für die Systemakkreditierung) darauf, dass das QM-System die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben, insbesondere der ländergemeinsamen und landesspezifischen Strukturvorgaben gewährleisten muss und zwar – wie Ziffer 2.2 der genannten Regeln zu entnehmen ist – in der jeweils gültigen Fassung. Die MRVO ist in diesem Sinne als gesetzliche Vorgabe zu verstehen.

Generell wird von systemakkreditierten Hochschulen erwartet, dass sie etwaige Änderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen in ihrem System berücksichtigen und notwendige Anpassungen zügig umsetzen. 

 

FAQ 03: Veröffentlichung von Akkreditierungsberichten

Schlagworte

Veröffentlichung, Veröffentlichungspflicht, Akkreditierungsbericht, Gutachten, Datenbank, Systemakkreditierung, Programmakkreditierung

Datum

03/2018

Bezüge zu StAkkrStV, MRVO und Berichtsraster

§ 29 MRVO, Art. 3 Abs. 6 StAkkrStV

Müssen auch systemakkreditierte Hochschulen Akkreditierungsberichte zu den intern akkreditierten Studiengängen veröffentlichen? Und wenn ja: Sind die Hochschulen bei der Gliederung ihrer Berichte an das Raster des Akkreditierungsrates gebunden?

 

Grundsätzlich gilt die Veröffentlichungspflicht - also Pflicht zur Veröffentlichung der Akkreditierungsentscheidung und des Akkreditierungsberichts - sowohl für Studiengänge, die im Rahmen der Programmakkreditierung begutachtet werden, als auch für Studiengänge, die im Rahmen der hochschulinternen Akkreditierungsverfahren akkreditiert worden sind.

Die Berichte der systemakkreditierten Hochschulen müssen sich nach jetzigem Stand aber nicht zwangsläufig vollständig an dem vom Akkreditierungsrat vorgegebenen Berichtsraster für die Programmakkreditierung orientieren. Mit Blick auf die unterschiedliche Ausgestaltung ihrer QM-Systeme können die systemakkreditierten Hochschulen über eine angemessene Berichtsform entscheiden.

Alle Akkreditierungsentscheidungen und Berichte müssen in der Datenbank der Stiftung Akkreditierungsrat veröffentlicht werden. 

 

FAQ 04: Verlängerung/Angleichung von Akkreditierungsfristen

Schlagworte

Fristverlängerung, Geltung Zeitraum der Akkreditierung, Antrag auf Verlängerung der Akkreditierung, Bündelakkreditierung, Systemakkreditierung, auslaufender Studiengang, Fristanpassung

Datum

03/2018

Bezüge zu StAkkrStV, MRVO und Berichtsraster

§ 26 MRVO Abs. 3

In welchen Fällen kann der Geltungszeitraum der Akkreditierung von Studiengängen verlängert werden? Welche Möglichkeiten sieht die Musterrechtsverordnung in dieser Hinsicht vor? Wer stellt den Antrag auf Verlängerung der Akkreditierung? Zu welchem Zeitpunkt soll ein solcher Antrag an den Akkreditierungsrat gestellt werden? Welche Unterlagen sind für Verlängerungsanträge der Akkreditierung von Studiengängen erforderlich?

Gemäß der Musterrechtsverordnung gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten zur Verlängerung der Akkreditierung von Studiengängen.

 

Verlängerung der Akkreditierungsfrist für auslaufende Studiengänge (§ 26 Abs. 3 Satz 1) 

Zur Akkreditierungsfrist von Studiengängen, die nicht mehr weitergeführt werden, enthält die Musterrechtsverordnung die Möglichkeit, diese für bei Ablauf der Akkreditierungsfrist noch eingeschriebenen Studierende zu verlängern. Voraussetzung ist der Nachweis der Hochschule, dass der Studiengang keine wesentlichen Änderungen aufweist und die erforderlichen personellen und sächlichen Mittel nachhaltig vorgehalten werden.

 

Verlängerung der Akkreditierungsfrist im Zuge des Begutachtungsverfahrens bei einer Agentur (§ 26 Abs. 3 Satz 2)

Die Musterrechtsverordnung enthält eine weitere Möglichkeit der Verlängerung der Akkreditierungsfristen von Studiengängen mit dem Ziel, den Hochschulen genug Zeit für die Umstellung auf die Systemakkreditierung und für die Bewertung der Studiengänge durch das interne QM-System zu geben, oder auch, für die geplante Bündelakkreditierung einheitliche Akkreditierungsfristen zu ermöglichen. Die Hochschule ist somit berechtigt, zu dem Zeitpunkt der Vorbereitung auf eine Bündel- oder Systemakkreditierung einen entsprechenden Antrag beim Akkreditierungsrat einzureichen.

 

Verlängerung der Akkreditierungsfrist im Zuge des Verwaltungsverfahrens bei dem Akkreditierungsrat (§ 26 Abs. 3 Satz 3)

Die Option der Fristverlängerung im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens bei dem Akkreditierungsrat wurde zusätzlich dafür geschaffen, die Studiengänge, deren Akkreditierungsfrist später ausläuft, bis zum Abschluss des Verfahrens vorläufig zu verlängern, um sämtliche Akkreditierungslücken zu vermeiden. Auf die Begründung zu § 26 Abs. 3 Satz 3 der MRVO wird verwiesen.

 

Erforderliche Unterlagen:

Auslaufender Studiengang & Bündelakkreditierung: Eine schriftliche Begründung mit Angaben zu sämtlichen zu verlängernden Studiengängen bzw. im Zuge der Bündelakkreditierung Angaben zu sämtlichen in das Bündel aufzunehmenden Studiengängen (Studiengangsname, Abschluss, bestehende Akkreditierungsfrist).

Systemakkreditierung: Bei der Vorbereitung auf eine Systemakkreditierung sind dem Akkreditierungsrat folgende Unterlagen vorzulegen: 

  • Vertrag mit einer zugelassenen Agentur;
  • Formloser Antrag mit Angaben von den zu verlängernden Studiengängen sowie
  • ein Plan für hochschulinterne Akkreditierungen im Rahmen des eingerichteten Qualitätssicherungssystems. 

 

 Weitere Anforderungen:

  • Anträge auf Änderung von Akkreditierungsfristen für Studiengänge können grundsätzlich nur von Hochschulen gestellt werden und bedürfen einer Begründung.
  • Sämtliche Anträge auf Fristverlängerung sind elektronisch per E-Mail (akr[at]akkreditierungsrat.de) einzureichen. „Sobald der Akkreditierungsrat ein elektronisches Datenverarbeitungssystem zur Verfügung stellt, ist dieses zu nutzen “ (§ 23 Abs. 3 MRVO).
  • Eine Begründung für eine Fristverlängerung um zwei Jahre liegt in der Regel im unterschiedlichen Fristenlauf für Studiengänge innerhalb eines Bündels. Laufen die Akkreditierungen von sämtlichen Studiengängen in einem Bündel gleichzeitig aus, ist die Hochschule dafür zuständig, vor Ablauf des Geltungszeitraums der Akkreditierung eine unmittelbar anschließende (Re)Akkreditierung einzuleiten (vgl. § 26 Absatz 2 MRVO).
  • Die Anzahl der Studiengänge, deren Akkreditierungsfrist verlängert werden soll, soll in einem sinnvollen Verhältnis zu der Anzahl derjenigen Studiengänge stehen, deren Akkreditierungsfrist maßgeblich für die neu festzusetzende Akkreditierungsfrist ist. Das bedeutet in der Regel: „Anpassung der Minderheit an die Mehrheit“.
  • In der bei dem Akkreditierungsrat eingereichten Begründung ist klarzustellen, wann mit dem Begutachtungsverfahren und folglich mit dem Akkreditierungsantrag zu rechnen ist. 

 

 

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