Aufgaben der Stiftung Akkreditierungsrat


Förderung der Qualität in Studium und Lehre | Regelungen zur Akkreditierung    Zulassung von Agenturen | Internationale Zusammenarbeit 


Die Stiftung Akkreditierungsrat ist eine gemeinsame Einrichtung der Länder für die Qualitätssicherung in Studium und Lehre an deutschen Hochschulen.


Die Aufgaben der Stiftung sind im Staatsvertrag über die Organisation eines gemeinsamen Akkreditierungssystems festgelegt, auf den sich die 16 Länder im vergangenen Jahr (2017) verständigt haben. Als wesentliche Neuerung wird dem Akkreditierungsrat als zentralem Beschlussgremium der Stiftung von 2018 an die Aufgabe zukommen, auf der Grundlage von Gutachten über die Akkreditierung von Studiengängen (Programmakkreditierung) und die Akkreditierung von Qualitätsmanagementsystemen (Systemakkreditierung) zu entscheiden. Die Durchführung sogenannter alternativer Verfahren, mit denen neue Wege in der Qualitätsentwicklung erprobt werden sollen, bedarf ebenfalls der Zustimmung des Akkreditierungsrates.


Während die Zuständigkeit für die Akkreditierungsentscheidungen nunmehr auf den Akkreditierungsrat übergegangen ist, bleibt die Durchführung der Begutachtungsverfahren in der Programm- und Systemakkreditierung weiterhin in den Händen der hierfür zugelassenen Akkreditierungsagenturen. Die Zulassung einer Agentur erfolgt unter der Voraussetzung ihrer EQAR-Registrierung durch den Akkreditierungsrat.


Ihre Gesamtverantwortung für das Akkreditierungssystem nimmt die Stiftung Akkreditierungsrat wahr, indem sie die Konsistenz und Kohärenz ihrer Akkreditierungsentscheidungen sicherstellt, die Länder bei der Weiterentwicklung des deutschen Qualitätsmanagementsystems unterstützt, die internationale Zusammenarbeit im Bereich Akkreditierung und Qualitätssicherung fördert und damit zur Verwirklichung eines gemeinsamen Europäischen Hochschulraums beiträgt.

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Förderung der Qualität in Studium und Lehre

Die Sicherung und Entwicklung der Qualität in Studium und Lehre ist vorrangig Aufgabe der Hochschulen, die diese Aufgabe durch hochschulinterne Maßnahmen der Qualitätssicherung und -entwicklung erfüllen.


Um eine im deutschen Hochschulsystem vergleichbar hohe Qualität dieser unterschiedlichen Maßnahmen zu gewährleisten und die Ergebnisse von Qualitätssicherung und -entwicklung transparent zu machen, werden die Studiengänge oder hochschulinternen Qualitätsmanagementsysteme im Rahmen der Programm- bzw. Systemakkreditierung oder im Rahmen eines alternativen Verfahrens gemäß Art. 3 Abs. 1 Nr. 3 Staatsvertrag durch externe Expertinnen und Experten begutachtet und im Falle einer positiven Bewertung durch den Akkreditierungsrat zertifiziert. Als Qualitätsmaßstab für die Begutachtung dienen die im Staatsvertrag und der Musterrechtsverordnung  definierten fachlich-inhaltlichen und formalen Kriterien, mit deren Hilfe die Gleichwertigkeit der Angebote und Studienabschlüsse gewährleistet und damit auch die Grundvoraussetzung für die Möglichkeit eines Hochschulwechsels geschaffen wird.


Akkreditierte Studiengänge, die das Qualitätssiegel des Akkreditierungsrates tragen, werden auf Grundlage des Staatsvertrages in allen Ländern hochschulrechtlich als gleichwertig qualitätsgesichert anerkannt.

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Regelungen zur Akkreditierung

Der Akkreditierungsrat trifft seine Entscheidungen in der Programm- und Systemakkreditierung auf der Grundlage von Akkreditierungsberichten (= formaler Prüfbericht + Gutachten), die die Ergebnisse des vorangegangenen Begutachtungsverfahrens dokumentieren und sowohl fachlich-inhaltliche (Gutachten) als auch formale Bewertungen (Prüfbericht) in Verbindung mit einer entsprechenden Beschlussempfehlung enthalten.


Die Verfahrensregeln und Kriterien werden in Form von Rechtsverordnungen festgelegt, die auf den bereits im Staatsvertrag formulierten Festlegungen aufbauen. Um die Gleichwertigkeit der Verfahren und Bewertungsmaßstäbe sowie der Studienangebote und Studienabschlüsse sicherzustellen, haben sich die Länder auf eine sogenannte Musterrechtsverordnung verständigt (Beschuss der Kultusministerkonferenz vom 07.12.2017), die als Grundlage der von den Ländern zu erlassenen Rechtsverordnungen dient. Die Rechtsverordnungen der Länder können Regelungen der Musterrechtsverordnung ergänzen oder spezifizieren, müssen aber gemäß Art. 4 Abs. 6 Staatsvertrag mit Blick auf die Definition der Verfahrensregeln und Kriterien im Wesentlichen übereinstimmen.

 

Die formalen Kriterien sind in Teil 2, die fachlich-inhaltlichen Kriterien in Teil 3 und die Verfahrensregeln in Teil 4 der Musterrechtsverordnung niedergelegt.

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Zulassung von Agenturen

Die Begutachtungsverfahren in der Programm- und Systemakkreditierung werden von Agenturen durchgeführt. Hochschulen können alle Agenturen beauftragen, die beim European Quality Assurance Register for Higher Education (EQAR) registriert und vom Akkreditierungsrat zugelassen sind.

 

Für die Zulassung durch den Akkreditierungsrat muss eine Agentur nachweisen, dass sie zuverlässig in der Lage ist, Verfahren der Programm- und Systemakkreditierung regelgerecht durchzuführen und auf der Grundlage eines vom Akkreditierungsrat vorgegebenen Rasters einen aussagekräftigen Akkreditierungsbericht mit Beschlussempfehlung zu erstellen. Ist eine Agentur beim European Quality Assurance Register for Higher Education (EQAR) registriert, wird zunächst davon ausgegangen, dass diese Voraussetzung erfüllt ist (Qualitätsvermutung). Stellt sich in der Praxis heraus, dass eine Agentur die Anforderungen (dauerhaft) nicht erfüllt und folglich die Vermutung widerlegt wird, verliert die Agentur ihre Zulassung.

 

Der Akkreditierungsrat hat Anfang 2018 einen Beschluss zur Zulassung von Agenturen gefasst (siehe hier).

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Förderung der internationalen Zusammenarbeit

Mit Blick auf die Verwirklichung des Europäischen Hochschulraums fällt der Stiftung die Aufgabe zu, die Anerkennung von Studienleistungen und Studienabschlüssen im Ausland zu erleichtern und die Transparenz der Studienangebote zu verbessern, um auf diese Weise die Mobilität der Studierenden zu fördern.

 

Die Stiftung wirkt darauf hin, das gegenseitige Verständnis über die Systeme der Qualitätssicherung zu fördern und international vergleichbare Kriterien, Methoden und Standards der Qualitätssicherung zu entwickeln.

 

In diesem Zusammenhang spielen die einschlägigen europäischen und internationalen Netzwerke der Qualitätssicherung, denen die Stiftung als aktives Mitglied angehört, eine herausgehobene Rolle. Auch die umfassende Berücksichtigung der Standards and Guidelines for Quality Assurance in the European Higher Education Area (ESG) in den Regeln zur Akkreditierung trägt der Förderung internationaler Zusammenarbeit Rechnung.

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http://www.die-hoffnungstraeger.de